Fragen und Argumentation / Aktionen / Bilder

  • Fragenkatalog an die Gemeindevertreter, Bürgermeister  und potenzielle Investoren:

  • Wie wurde die Entscheidung getroffen, Windräder in unserer Gemeinde zuzulassen?
  • Werden Bürgerbeteiligung und Mitsprache ernst genommen – oder ist alles schon entschieden?
  • Wurden die Bürger in die Planung ausreichend einbezogen? Wenn ja, wie?
  • Wird es eine Bürgerbefragung oder einen Bürgerentscheid geben?
  • Wie demokratisch handelt die Gemeinde, wenn sich die Mehrheit gegen Windräder ausspricht?
  • Welche Verträge hat die Gemeinde mit Projektentwicklern geschlossen? Können diese eingesehen werden?
  • Wie steht die Gemeinde zur Energiewende insgesamt – und warum soll ausgerechnet hier ein Windpark entstehen?
  • Wie wird sichergestellt, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde durch das Projekt nicht leidet?
  • Wer profitiert wirtschaftlich vom Bau der Windräder – die Gemeinde, Investoren, einzelne Grundstückseigentümer? Und in welcher Weise.
  • Wie viel Strom wird tatsächlich vor Ort verbraucht, und wieviel geht ins Netz?
  • Wie wird sichergestellt, dass die Anlagen wirtschaftlich betrieben werden und nicht als „Ruinen“ stehenbleiben?
  • Wurde eine Alternativenprüfung durchgeführt (z. B. Repowering bestehender Anlagen, andere Standorte)?

 

  • Was passiert, wenn der Betreiber insolvent geht – wer haftet dann für Rückbau und Folgeschäden, inwieweit haftet die Gemeinde als Planer?
  • Windräder bedienen Kapitalinteressen, es wird viel Geld verdient werden damit, wo geht das hin? Auch, wenn Gemeinden „bauen“, so haben sie einen Investor.
  • Entschädigungsregelung langfristig, 1. für Gesundheit und 2. für Wertminderung bei Grundbesitzverkauf.
  • Reboundeffekt (je mehr Strom produziert wird (je ökologischer, usw.), desto mehr Strom wird verbraucht, nach dem Motto: ist ja Ökostrom. Das ist jetzt schon zu sehen bei den sparsamen LEDs. Die Beleuchtung der Natur hat extrem zugenommen, kostet ja nix.
  • Parallel zur Klimakrise gibt es den dramatischen Artenschwund, der definitiv unsere Lebens- und Ernährungsgrundlagen insgesamt bedroht. Können die Gemeindevertreterinnen abschätzen, was der Bau solch gigantischer Anlagen hier bei der umgebenden Flora und Fauna anrichtet?

 

  • Jäger aus der Luft werden massiv gestört, vertrieben oder getötet.
    Rügen hat noch immer kleinräumige Naturflächen in den großen, leergeräumten Ackerflächen, wo auch Bussard, Milan und Adler brüten. Was passiert hier, wenn es sie nicht mehr gibt, kann das jemand aus der GV abschätzen?
  • Wie hoch ist der Flächenverbrauch für Zuwegung und Fundament?
    Sind die Straßen für den Transport so großer Bauteile ausgelegt oder werden dann auch noch Alleebäume gefällt?
  • Wer kommt für Schäden an Straßen auf? – Beim Kiesabbau in Südrügen (Gustow, Poseritz u.a.) wurden die schon schlechten Straßen weiter geschädigt. Der Kiesabbau ist beendet, der Straßenzustand bleibt.
  • Welche Auswirkungen auf die lokale Tierwelt (z.  Vögel, Fledermäuse) wurden untersucht?
  • Gibt es ein unabhängiges Gutachten zu möglichen gesundheitlichen Risiken?
  • Wie weit werden die Windräder von Wohnhäusern entfernt sein? Entspricht das den Empfehlungen des Umweltbundesamts oder der WHO oder des Grundgesetzes?
  • Wurde eine visuelle Beeinträchtigung (z. B. Sichtachsen, Tourismus) in der Bewertung berücksichtigt?
  • Gibt es Pläne zur Wiederherstellung der Natur nach Rückbau oder Stilllegung der Anlagen? Wie lange laufen die Verträge?
  • Sind alle rechtlichen Vorgaben, insbesondere Umweltverträglichkeitsprüfungen, ordnungsgemäß eingehalten worden?

 

  • Gibt es Beteiligungsgesellschaften in Verbindung mit dem Windpark.
  • Werden durch die Windkraftprojekte geschützte Biotope gefährdet?
  • Was passiert mit dem Boden und dem Wasserhaushalt durch Zuwegungen und Fundamente?
  • Werden wir durch die Windräder dauerhaft in unserem Wohnwert eingeschränkt?
  • Was bedeutet es für unser Dorf, wenn die Windräder 200–250 Meter hoch sind?
  • Gibt es gesundheitliche Risiken durch Infraschall oder Dauerlärm und Unruhe im Sichtfeld?
  • Gibt es Entschädigungen für entstehende Nachteile?
  • Wie sinnvoll ist Windkraft im jetzigen Stadium, wenn so viel Strom verloren geht oder nicht gespeichert werden kann?

 

  • Wie unabhängig sind die Gutachten, die zur Planung verwendet werden?
  • Ist das Projekt wirklich im Interesse der Allgemeinheit – oder nur einzelner Investoren?
  • Wurden die Nachbargemeinden angehört, aufgrund der raumordnerischen Bedeutung des Vorhabens? Ist die Insel als Ganzes angehört worden?
  • Wie werden die Gäste unserer Insel das veränderte Landschaftsbild wahrnehmen und darauf mit rückläufigen Besucherzahlen reagieren?
  • Veränderte Vogelflugrouten auf Grund der Offshore Anlagen führen zu weiterer Veränderung an den Küsten, ist das ein kalkulierbares Risiko für den Naturschutz?

Argumentationspapier :

Wir sagen nicht pauschal Nein zur Energiewende. Aber wir sagen Nein zu einer Entwicklung, die undemokratisch, naturzerstörerisch und einseitig profitorientiert ist. Wenn Projekte im ländlichen Raum gegen den Willen der Betroffenen durchgedrückt werden, geht nicht nur Vertrauen verloren – sondern auch die Grundlage für eine echte Energiewende: gesellschaftlicher Zusammenhalt.

  Floskel 1: „Wir nehmen Ihre Sorgen ernst.“

Wenn unsere Sorgen wirklich ernst genommen würden, dann wären sie Teil der Planung – und nicht eine Fußnote im Nachhinein. Ernst nehmen heißt nicht nur zuhören, sondern Veränderungen zulassen, wenn Bedenken berechtigt sind. Alles durchzuziehen, wie ursprünglich geplant, ist das Gegenteil von Beteiligung. Ernst nehmen heißt, wenn das Planungsverfahren auch verändert werden kann. Alles andere ist Symbolpolitik.

 Floskel 2: „Der Eingriff in die Landschaft ist minimal.“

250-Meter-Anlagen mit Zufahrten, Rodungen, Betonfundamenten und Rotorlärm sind kein kleiner Eingriff. Sie verändern das Landschaftsbild unwiderruflich, vertreiben Tiere, zerstören Rückzugsräume und nehmen den Menschen ihr Zuhausegefühl. Unsere Landschaft ist nicht ersetzbar. Das ist massiv, nicht minimal.

 Floskel 3: „Windkraft ist günstig und klimafreundlich.“

Günstig ist sie vor allem für die Investoren. Die echten Kosten tragen andere: Anwohner, Steuerzahler, Natur. Klimafreundlich heißt nicht nur CO₂-neutral – sondern auch nachhaltig im Umgang mit Fläche, Ressourcen und Menschen. Ein zerstörter Wald ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Günstig für Investoren – Bürger zahlen Netzausbau, Speicher und Flächenkonflikte.

 Floskel 4: „Wir halten uns an alle Vorschriften.“

Das ist das Mindeste. Es heißt aber nicht, dass die Planung gerecht, sinnvoll oder verträglich ist. Vorschriften können lückenhaft oder veraltet sein. Was legal ist, ist noch lange nicht legitim. Gerade das Erneuerbare Energien-Gesetz setzt sich über Gesetze und Errungenschaften der letzten 30 Jahre Naturschutz hinweg, mit überragendem öffentlichem Interesse. Was ist das überragende öffentliche Interesse?

 Floskel 5: „Sie können sich finanziell beteiligen.“

Das ist kein Angebot, sondern ein Versuch, Zustimmung zu kaufen. Beteiligung an Projekten, die gegen den Willen der Menschen entstehen, ist keine Demokratie, sondern ein Geschäftsmodell. Wir wollen keine Beteiligung am Profit – sondern Mitbestimmung bei der Entscheidung. Beteiligung ist keine Entschädigung für Verlust von Heimat, Ruhe und Natur.

 Floskel 6: „Die Energiewende geht nicht ohne Windkraft.“

Das ist eine unzulässige Vereinfachung. Die Energiewende braucht viele Bausteine – und vor allem eine ehrliche Debatte über Alternativen: Photovoltaik auf Dächern, Energieeinsparung, intelligente Netze, Speicher. Alles wird auf Windkraft fokussiert – aus wirtschaftlichen, nicht aus technischen Gründen.

Floskel 7: „Der Strom ist grün und sauber.“

Produktion & Rückbau sind ressourcenintensiv. Eingriffe in Natur & Netzstruktur bleiben problematisch.

Floskel 8: „Wir handeln im Sinne des Klimaschutzes.“

Klimaschutz darf kein Freifahrtschein für Umweltzerstörung sein. Wenn Wälder gerodet, Tiere verdrängt und Lebensräume zerschnitten werden, wird Natur gegen Natur ausgespielt. Echter Klimaschutz denkt Ökologie ganzheitlich – nicht nur in CO₂-Zertifikaten, sondern im Erhalt unserer Lebensgrundlagen.

Floskel 9: „Die Mehrheit ist für Windkraft.“

Das mag auf dem Papier stimmen – aber meist dort, wo die Anlagen nicht vor der eigenen Haustür stehen und nicht selten dort, wo Strom vergeudet wird. Betroffene Menschen vor Ort werden selten frühzeitig oder umfassend einbezogen. Zustimmung aus der Ferne ersetzt keine Akzeptanz vor Ort. Demokratie lebt von Beteiligung, nicht von Statistik.

Floskel 10: „Die Technik ist sicher und erprobt.“

Sicher – bis ein Unfall passiert. Eiswurf, Brand, Schattenschlag, Lärm – das sind reale Risiken, keine Theorie. Und erprobt heißt nicht, automatisch verträglich. Jede Landschaft, jede Gemeinde ist anders. Sicherheit muss vor Ort nachgewiesen, nicht pauschal behauptet werden. Zu Schadensfolgen und Folgen aus Betrieb (Abrieb Mikroplastik) wird nicht bis zum Ende gedacht.

Floskel 11: „Nach 20 Jahren wird alles zurückgebaut.“

In der Theorie ja – in der Praxis oft nur teilweise. Fundamente bleiben im Boden, Flächen werden nicht renaturiert, Betreiberfirmen verschwinden. Rückbauverpflichtungen sind schwach kontrolliert. Nachhaltigkeit endet nicht mit der letzten Einspeisung, sondern mit vollständiger Wiederherstellung der Natur.

Floskel 12: „Windräder gehören zur modernen Landschaft.“

Das ist eine rhetorische Gewöhnungsstrategie. Ästhetische Akzeptanz kann man nicht verordnen. Heimatgefühl, Landschaftsbild und kulturelle Identität sind Teil unserer Lebensqualität. Eine technische Anlage bleibt ein Fremdkörper – egal, wie „modern“ man sie nennt. Wer bei den jetzigen Windrädern Kulturlandschaft sagt, spricht eigentlich von Industrielandschaft.

Floskel 13: „Ohne Ausbau riskieren wir Strommangel.“

Das Problem liegt selten im Mangel, sondern im Netzmanagement. Deutschland exportiert regelmäßig Strom. Speichertechnologien, Effizienz und flexible Lastverteilung könnten Engpässe entschärfen – ohne jeden Höhenzug zu bebauen. „Druck durch Angst“ ersetzt keine nachhaltige Planung.

Floskel 14: „Die Anlagen stehen weit genug von den Häusern entfernt.“

Entfernung allein sagt nichts über Belastung. Schall breitet sich über Kilometer aus, Infraschall wird nicht überall korrekt berücksichtigt, und Lichteffekte können Menschen trotzdem beeinträchtigen. Abstände sollten sich am Wohlbefinden, nicht am Minimalstandard orientieren.

Floskel 15: „Naturschutz und Windkraft schließen sich nicht aus.“

Das wäre schön – aber in der Praxis passiert genau das. Vogelschlag, Verlust von Lebensräumen und Zerschneidung von Wanderwegen sind dokumentierte Folgen. Der Schutz der Natur wird oft nachrangig behandelt, obwohl er gleichrangig sein müsste. „Koexistenz“ darf nicht zur Worthülse verkommen.

Floskel 16: „Wir schaffen Arbeitsplätze vor Ort.“

Fakt ist, dass die Unterhaltung und Wartung der Anlagen zentral von den Anlagenherstellern organisiert werden und über Rahmenverträge für mehrere Windparks erfolgen. Die Fa. Nordex, Siemens usw. werben für geringe Wartung und lange Lebenszyklen mit Fernwartung. TÜV und Prüfingenieure agieren überregional und werden keine Niederlassung vor Ort gründen! Strompreise werden in Leipzig ermittelt.

Floskel 17: „Beim Bau kann sich die lokale Wirtschaft beteiligen.“

Fakt ist, dass Fundamentbau und Turmmontage Spezialbauleistungen (sh. Aktueller Windpark bei Grimmen) sind. Die Leistungen werden ausgeschrieben und an den billigsten Bieter vergeben. Gut bezahlte Arbeit ist ausgeschlossen, wenn die Anlagenbauer ihre billigen und spezialisierten Subunternehmer aus ganz Europa mitbringen. Die lokale Wirtschaft wird sich also mit Dumpingangeboten einkaufen müssen. Welchen Wert hat das für die Gemeinde?

Floskel 18: „Wir werden die Industrieanlagen angeblich akzeptieren“

Es ist zynisch, wenn die zunehmende Resignation und Verdrossenheit und das zunehmende politische Desinteresse und anzunehmende Protesthaltung mit Zuspruch für politische Extreme als Akzeptanz verklärt wird. Resignation ist keine Akzeptanz!

Floskel 19: „Die Gemeindevertretung wurde demokratisch gewählt und kann bis zur nächsten Wahl frei entscheiden“

Fakt ist: Bei der letzten Wahl wurde das Thema nicht beworben bzw. war kein Entscheidungskriterium. Die Windindustrieanlagen bleiben 30 Jahre (für die Mehrzahl aller Bürger bis an deren Lebensende) stehen und werden dauerhaft für Resignation sorgen.

Floskel 20: „Wir müssen auf unserem Grund und Boden Windräder aufstellen, weil die Gesetze es so wollen.“

Fakt ist: Niemand wird gezwungen auf seinem Grundstück gegen seinen Willen zu Lasten der guten nachbarschaftlichen Beziehungen Industrieanlagen zu errichten.

Floskel 21: „Die da oben wollen den Windkraftausbau“

Es sind nicht die da oben, sondern einzelne Nachbarn und einzelne Profiteure die verhältnismäßig viel davon haben die Landschaft zu verschandeln. Es wird zynisch von der eigenen Verantwortung abgelenkt, und die da oben, unzutreffender Weise vorgeschoben. Es gibt kein Gesetz, dass einen Grundstücksbesitzer zwingt, Windindustrieanlagen aufzustellen.


NICHT MIT UNS!

Einige Eindrücke unserer Banneraktion gegen die „Windgiganten auf Rügen“ vom        1. Februar 2025

 

 

OZ Artikel-9.8.2024 WEA.1

Windkraft-Aufruf – von Thorsten Filter aus Patzig

Die Größe des Fundaments für ein Windrad beträgt ca. 2.000 m² oder 0,2 ha1. Das Fundament hat einen Durchmesser von 20-30 Metern und eine Tiefe von bis zu 4 Metern2. Es werden 1.300 Kubikmeter Beton und 180 Tonnen Stahl verbaut, insgesamt wiegt das Fundament 3.500 Tonnen2. Zur Stabilisierung der Statik werden pro Windturbinen-Turm bis zu 10.000 Tonnen Beton im Boden versenkt3

 

Eine detaillierte Beschreibung, wie ihr Adlerhorste auffinden könnt findet ihr unter dem Link Horstsuche. Wichtig ist bei Windeignungsgebieten ein Ausschlusskriterium.                  Horstsuche

Stichworte zur Diskussion über Sinn und Unsinn der Windenergie     von Klaus Kleinmann